Gesundheitsschutz, Prävention

Hinweise zur Verwendung von Masken

Masken (z.B. FFP2 Masken) unterscheiden sich grundsätzlich in Ihrem Zweck, Schutz und sonstigen Leistungsmerkmalen. Im folgenden werden wir auf die wesentlichen Charakteristika aufmerksam machen, welche Masken betrifft, die im aktuellen Infektionsschutz eingesetzt werden.

Wir unterscheiden zwischen (1) Mund-Nasen-Bedeckungen (sog. MNS), (2) medizinischen Gesichtsmasken (sog. OP- Masken, Mund-Nasenschutz, Mundschutz, etc.), (3) partikelfiltrierenden Halbmasken (umgangssprachlich auch: Atemschutzmasken, FFP-Masken, etc.)

Maskentyp1. Mund-Nasen-Bedeckung2. Medizinische Gesichtsmasken3. Partikelfiltrierende Halbmasken
Abkürzungen SynonymDIY-Maske; Behelfs-Mund- Nasen-Maske; Community- MaskeMNS; Operations- (OP-)Maske (als Teilmenge der medizinischen Gesichtsmasken, nur Typ II und IIR gemäß Norm)FFP1-, FFP2-, und FFP3-Masken
Verwendungs- zweckPrivater Gebrauch ohne zugrundeliegende NormFremdschutzEigenschutz / Arbeits- schutz
MedizinproduktNeinJaNein
Persönliche SchutzausrüstungNeinNeinJa
Leistungsnachweis nach Prüfnorm und Zertifizierung / CE- Kennzeichnungi.d.R. nicht durchgeführtJa, Norm DIN EN 14683:2019-10 CE-ZertifikatJa, Norm DIN EN 149:2009– 08 CE-Zertifikat einschließ- lich Baumusterprüfung
KennzeichnungOhneCECE mit vierstelliger Num- mer der zertifizierten be- nannten Stelle
SchutzwirkungDesignabhängig; Bieten die Masken Schutz vor Tröpfchen, durch das Tragen können Geschwin- digkeit des Atemstroms oder Speichel-/Schleim- Tröpfchenauswurfs redu- ziert und beim Einatmen Tröpfchen abgefangen wer- denSchutz vor Tröpfchen, geringer Schutz vor AerosolenSchutz vor Tröpfchen und Aerosolen

1.  „Mund-Nasen-Bedeckung“

Zu den Mund-Nasen-Bedeckungen zählen alle Masken, die nicht gem. den gesetzlichen sowie normativen Anforderungen an medizinische Gesichtsmasken oder partikelfiltrierende Halbmasken geprüft wurden und demnach als solche rechtmäßig in Verkehr sind.

Überdurchschnittlich werden sie aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen. Mund-Nasen- Bedeckungen dürfen nicht als Medizinprodukte oder Gegenstände Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) benannt und nicht mit entsprechenden Leistungen oder Schutzwirkungen ausgelobt werden, weil sie nicht die dafür gesetzlich vorgesehenen Nachweise erbracht bzw. das gesetzlich vorgesehene Nachweisverfahren durchlau- fen haben.

Unabhängig von normativ definierten Leistungsnachweisen, wie sie für medizinische Gesichtsmasken und partikelfiltrierende Halbmasken gefordert sind, wurde inzwischen auf Basis der breiten, internationalen ge- wonnenen Erfahrungen die Wirksamkeit der Mund-Nasen-Bedeckungen im Sinne eines allgemeinen Bevöl- kerungsschutzes in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen bestätigt (1, 2, 3, 4, 4a, 5).

Dabei ist die Schutzwirkung der Masken abhängig von der Dichtheit und Qualität des verwendeten Materials, der Anpassung an die Gesichtsform und der Anzahl der Lagen. Fest gewebte Stoffe sind in diesem Zusam- menhang z.B. besser geeignet als leicht gewebte Stoffe. Durch das richtige Tragen guter „Alltagsmasken“ kann also nach derzeitigem Erkenntnisstand die Gefährdung durch erregerhaltige Tröpfchen deutlich gemin- dert werden.

1.a. Hinweise für Anwender zur Handhabung von Mund-Nasen-Bedeckungen:

Der Schutz vor Ansteckung mit dem SARS-CoV-2 ist als Gesamtkonzept zu verstehen. Den besten Schutz vor einer potentiellen Virusübertragung bietet nach wie vor das konsequente Distanzieren von anderen, po- tentiell virustragenden Personen in Kombination mit den empfohlenen hygienischen Maßnahmen und dem Tragen von Masken.

Auch das richtige Tragen einer MNS*-Bedeckung bietet eine Schutzfunktion vor Tröpfchen und dem Mund-/ Nasen-Schleimhautkontakt mit ggfs. kontaminierten Händen. Personen, die eine entsprechende Maske tra- gen möchten, sollten daher unbedingt folgende Regeln berücksichtigen:

  1. Die Masken sollten nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.
  2. Die gängigen Hygienevorschriften, insbesondere die aktuellen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI, www.rki.de) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA, www.infektionsschutz.- de) sind weiterhin einzuhalten.
  3. Auch mit Maske sollte der vom RKI empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1.50 m zu anderen Menschen eingehalten werden.
  4. Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  5. Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das nor- male Atmen möglichst wenig zu behindern.
  6. Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und ggf. ausgetauscht werden.
  7. Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20-30 Sekunden mit Seife).
  8. Masken sollten idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Beachten Sie eventuelle Herstellerangaben zur maximalen Zyklusan- zahl, nach der die Festigkeit und Funktionalität noch gegeben ist.
  9. Sofern vorhanden, sollten unbedingt alle Herstellerhinweise beachtet werden.

2. Medizinische Gesichtsmasken

Medizinische Gesichtsmasken (MNS; Operations-(OP-)Masken) sind für den Fremdschutz entwickelt und schützen das Gegenüber vor der Exposition infektiöser Tröpfchen desjenigen, der die medizinische Ge- sichtsmaske trägt. Allerdings schützen entsprechende medizinische Gesichtsmasken bei festem Sitz auch den Träger der Maske, auch wenn dies nicht die primäre Zweckbestimmung der Masken ist. Sie werden bei- spielsweise eingesetzt, um zu verhindern, dass Tröpfchen aus der Atemluft des Behandelnden in offene Wunden eines Patienten gelangen.

Da der Träger je nach Sitz der medizinischen Gesichtsmaske nicht nur durch das Filtervlies einatmet, sondern die Atemluft an den Rändern des MNS vorbei als Leckstrom angesogen wird, bieten Medizinische Gesichtsmasken in der Regel kaum Schutz gegenüber erregerhaltigen Aerosolen. Sie können jedoch die Mund- und Nasenpartie des Trägers vor einem direkten Auftreffen von exspirierten Tröpfchen des Gegenüber schüt- zen sowie vor einer Erregerübertragung durch direkten Kontakt mit ggfs. kontaminierten Händen.

Medizinische Gesichtsmasken sind als Medizinprodukte in Verkehr und unterliegen damit dem Medizinpro- dukterecht (Nähere Informationen dazu finden sich z.B. auf der Webseite des Bundesministeriums für Ge- sundheit: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/gesundheitswesen/medizinprodukte.html).

Unsterile Medizinische Gesichtsmasken stellen im Allgemeinen Medizinprodukte der Risikoklasse I gemäß der Medizinprodukterichtlinie (93/42/EWG, MDD) dar und müssen der Norm DIN EN 14683:2019-10 genü- gen. Nach Durchführung eines erfolgreichen Nachweisverfahrens (Konformitätsbewertungsverfahren) können Hersteller sie mit dem CE-Kennzeichen versehen und sie sind dann in Europa frei verkehrsfähig.

3.  Partikelfiltrierende Halbmasken (FFP1, FFP2 und FFP3)

Partikelfiltrierende Halbmasken (FFP-Masken) sind Gegenstände der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) im Rahmen des Arbeitsschutzes und haben die Zweckbestimmung, den Träger der Maske vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen zu schützen.

Das Design der partikelfiltrierenden Halbmasken ist sehr unterschiedlich. Es gibt Masken ohne Ausatemventil und Masken mit Ausatemventil. Masken ohne Ausatemventil filtern sowohl die eingeatmete Luft als auch die Ausatemluft und bieten daher sowohl einen Eigenschutz als auch einen Fremdschutz, obwohl sie primär nur für den Eigenschutz ausgelegt sind.

Masken mit Ventil filtern nur die eingeatmete Luft und bieten daher nur einen eher begrenzten Fremdschutz. Gemäß der DIN EN 149:2009-08 wird die Filterleistung von partikelfiltrierenden Halbmasken mit Aerosolen getestet. FFP2-Masken müssen mindestens 94 % und FFP3-Masken mindestens 99 % der Testaerosole filtern. Sie bieten demnach einen wirksamen Schutz auch gegen Aerosole.

Um partikelfiltrierende Halbmasken rechtmäßig in Europa in den Verkehr zu bringen, muss für diese ein Kon- formitätsbewertungsverfahren einschließlich einer Baumusterprüfung gemäß PSA-Verordnung (EU) 2016/425 durchgeführt werden, nach dessen Abschluss sie vom Hersteller mit einem CE-Kennzeichen einschließlich der vierstelligen Nummer der an dem Konformitätsbewertungsverfahren beteiligten Benannten Stelle verse- hen werden. Die Masken müssen dazu regulär die Anforderungen der Norm DIN EN 149:2009-08 erfüllen.

4.  Literaturhinweise:

  1. Chu DK, Akl EA, Duda S, Solo K, Yaacoub S, Schünemann HJ; COVID-19 Systematic Urgent Review Group Effort (SURGE) study authors. Physical distancing, face masks, and eye protection to prevent per- son-to-person transmission of SARS-CoV-2 and COVID-19: a systematic review and meta-analysis. Lan- cet. 2020 Jun 27;395(10242):1973-1987
  2. Sanjay Beesoon, Nemeshwaree Behary, Anne Perwuelz. Universal masking during COVID-19 pandemic: Can textile engineering help public health? Narrative review of the evidence. Prev Med. 2020 Oct;139:106236.
  3. Colin J., Hsiao-Han. Face mask use in the general population and optimal resource allocation during the COVID-19 pandemic. Nat Commun. 2020; 11: 4049.
  4. Abhiteja Konda, et al. Aerosol Filtration Efficiency of Common Fabrics Used in Respiratory Cloth Masks. ACS Nano. 2020 Apr 24: https://dx.doi.org/10.1021/acsnano.0c03252
    1. Abhiteja Konda, et al. Correction to Aerosol Filtration Efficiency of Common Fabrics Used in Respiratory Cloth Masks. ACS Nano 2020, 14, 8, 10742–10743
  5. Christiane Matuschek, et al. Face masks: benefits and risks during the COVID-19 crisis. Eur J Med Res. 2020; 25: 32.

Mit den besten Grüßen aus München und bleiben Sie gesund!

Ihr Silvan J. Demir

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